Treuhand-Ausstellung

Schicksal Treuhand - Treuhand-Schicksale. Ein Ausstellungsprojekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Potsdam - 24. September bis 16. Oktober 2020

Um die Ausstellung in Potsdam vollumfänglich zeigen zu können, wird sie auf zwei Ausstellungsorte verteilt: Wissenschaftsetage im Bildungsforum Potsdam und Landtag.

Die Eröffnungsveranstaltung findet zweimal, zeitversetzt an beiden Orten statt und man kann sich wahlweise in der Wissenschaftsetage oder im Landtag anmelden.

  • Teil I: Wissenschaftsetage im Bildungsforum
    Am Kanal 47, 14467 Potsdam


    Öffnungszeiten: Montag - Freitag 10:00 - 18:00 Uhr, Samstag 10:00 - 14:00 Uhr

    Montag, 28. September 2020, 18:00 Uhr
    Eröffnung mit Vortrag von Dr. Dagmar Enkelmann (Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Zeitzeug*innen


    Anmeldung für Eröffnung erforderlich: jacob [at] prowissen-potsdam.de
  • Teil II: Landtag Brandenburg, Fraktion Die Linke. (2. Etage)
    Alter Markt 1, 14467 Potsdam


    Öffnungszeiten: Montag - Freitag 09:00 - 18:00 Uhr

    Montag, 28. September 2020, 16:30 Uhr
    Eröffnung mit Vortrag von Dr. Dagmar Enkelmann (Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Zeitzeug*innen


    Anmeldung für Eröffnung erforderlich: veranstaltungen [at] linksfraktion-brandenburg.de

Zudem laden wir zur Abschlussveranstaltung ein:

  • Vergessener Protest und verpasste Presserevolution – Die Treuhandpolitik und ihre Folgen
    Vorträge und Gespräch mit Dr. Mandy Tröger (Kommunikationswissenschaftlerin und Autorin u.a. des Buches „Pressefrühling und Profit. Wie westdeutsche Verlage 1989/90 den Osten eroberten“) und Bernd Gehrke (Historiker, Gewerkschaftsaktivist, zur Wendezeit Mitglied der Vereinigten Linken und für sie am Zentralen Runden Tisch beteiligt)

    Donnerstag, 15. Oktober 2020, 17 Uhr

    Stadt- und Landesbibliothek im Bildungsforum Potsdam
    Am Kanal 47
    14467 Potsdam

    Dass die Geschichte der Treuhandpolitik – insbesondere für die ostdeutsche Gesellschaft – nicht als Erfolgsgeschichte erzählt werden kann, setzt sich immer mehr im öffentlichen Diskurs durch. Immer häufiger wird versucht auch die aktuelle politische Situation mit Versäumnissen in der Wendezeit zu erklären. Die Treuhand hinterließ Arbeitslosigkeit, Zerschlagung von Betrieben und damit sozialer Infrastruktur und Zerstörung sozialer Beziehungen sowie viele gebrochene Biografien. Aber sie brachte damals auch eine gewaltige, selbstbewusste Protestbewegung hervor, die heute in der öffentlichen Erinnerung kaum Platz findet und die Bernd Gehrke als „größte Welle sozialer Protestaktionen seit den 1920er Jahren auf dem Gebiet der ehemaligen DDR“ bezeichnet.  Gleichzeitig wurde auch die gerade sich neu aus einer Vielheit an kleinen Zeitungen selbstformierende ostdeutsche Öffentlichkeit Opfer der Übernahmepolitik aus dem Westen. Westdeutsche Großverlage übernahmen die ostdeutsche Presselandschaft und bereiteten dem gerade aufblühenden Pressefrühling ein jähes Ende. Wie entstanden und verliefen die Proteste gegen die Treuhandpolitik? Lassen sich Zusammenhänge erkennen zwischen ihrem Verlauf und ihrer öffentlichen, medialen Repräsentation? Und welche Folgen prägen bis heute die ostdeutsche Gesellschaft? Über diese bislang wenig beleuchteten Seiten der Folgen der Treuhandpolitik möchten wir in der Veranstaltung informieren und diskutieren.

    Anmeldung erforderlich: jacob [at] prowissen-potsdam.de

Die Ausstellung "Schicksal Treuhand - Treuhand-Schicksale"

Die Treuhandpolitik brach 1990 wie ein Schicksalsschlag über die Ostdeutschen herein. Waren sie im Herbst 1989 selbstbewusst für Freiheit und Demokratie auf die Straßen gegangen, nahm ihr Leben nun eine ungewollte Wendung.  

9.000 volkseigene Betriebe mit insgesamt 4,1 Millionen Arbeitsplätzen sollte die Treuhandanstalt innerhalb kürzester Zeit «markttauglich» machen. Die Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert. Millionen Menschen wurden arbeitslos. Wie erging es den Menschen dabei? Wie gingen sie mit dieser «Schocktherapie» um? Wie verarbeiteten sie die biografischen Brüche?  

Davon erzählt die Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sie gibt einen Einblick in die Vielzahl der Lebenswege. Die 13 ausgewählten Branchen und Betriebe stehen exemplarisch für die ostdeutsche Wirtschaft. Die meisten ostdeutschen Familien waren vom Wirken der Treuhandpolitik betroffen, ihr ausgeliefert. Sie erlebten die Treuhandanstalt als Schicksalsmacht.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lässt in der von Rohnstock-Biografien kuratierten Ausstellung Zeitzeug*innen zu Wort kommen, deren Lebensgeschichte durch das Agieren der Treuhandanstalt unmittelbar beeinflusst wurde. Sie waren zur Wendezeit beispielsweise Schlosser auf der Neptunwerft Rostock, Kranführerin im Stahlwerk Riesa, Maurer im Chemiekombinat Buna, Kumpel im Kaliwerk Bischofferode, Fernsehelektronikerin in Oberschöneweide - oder Sicherheitsinspektor im Braunkohlenkombinat Lauchhammer, Betriebsdirektor des VEB Braunkohlenveredlung Lauchhammer oder Entwicklungsingenieur und Gruppenleiter im VEB Halbleiterwerk Frankfurt (Oder).

  • Zur Ausstellung ist ein Begleitbuchmit den Erzählungen der Porträtierten erschienen. Es steht auch als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.
  • Auf SoundCloud sind Tonmitschnitte aus den Interviews zusammengestellt, die in der Ausstellung auch über QR-Codes abgerufen werden können.
  • Aufgrund der Corona-Pandemie-Lage haben wir in Cottbus einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellung anfertigen lassen.

Ansprechpartner*innen:

  • Leiterin der Politischen Kommunikation der RLS: Alrun Kaune-Nüßlein (E-Mail: alrun.kaune-nuesslein [at] rosalux.de; Telefon: 030 44310 448)
  • Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter der RLS: Dr. Uwe Sonnenberg (E-Mail: uwe.sonnenberg [at] rosalux.de; Telefon: 030 44310 425)
  • Ausstellungskonzept und Kuratorin: Katrin Rohnstock und Team, www.rohnstock-biografien.de
  • Grafikkonzept: Hanka Polkehn
  • Fotografin der Erzähler*innenporträts: Ina Schoenenburg

Bisherige Ausstellungsorte in Brandenburg

Schwedt - 21. Mai bis 28. Juni 2020

Organisiert von der Evangelischen Kirchengemeinde „St. Katharinen Schwedt“


Ort der Ausstellung

Evangelische Kirchengemeinde „St. Katharinen Schwedt“

Oderstraße 18
16303 Schwedt/Oder

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag: 14 bis 16 Uhr
Sonnabend: 12 bis 16 Uhr
Sonntag: 14 bis 16 Uhr
Pfingstmontag: 14 bis 16 Uhr

evangelisch-schwedt.de/blog/57039/ausstellung-schicksal-treuhand-treuhand-schicksale

Cottbus - 20.-25. März sowie 8.-10. und 15.-17. Mai 2020

Eine Kooperation mit der Initiative "Stadtpromenade für Alle" Cottbus.


Ort der Ausstellung 

BÜHNE acht

Erich-Weinert-Str. 2
03046 Cottbus/Chóśebuz

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Ausstellung nur sehr eingeschränkt besichtigt werden.

Fast 20 Jahre ist es her, dass die Cottbuser Stadtpromenade von der Treuhand abgewickelt wurde, über acht Jahre ist es her, dass die Pavillons abgerissen wurden und keine drei Monate ist es her, dass Vertreter der Stadt den Termin zur vollständigen Aufklärung aller Verkäufe und Verträge dazu genutzt haben, die Details einfach ganz offiziell zur Geheimsache zu erklären. Seit Jahrzehnten also können die Cottbuser*innen den Vertreter*innen der Stadtverwaltung und den wechselnden Besitzern bei der geradezu akrobatischen Überdehnung eines schmerzhaften Spagats zuschauen: In Cottbus ist man in die volle Grätsche zwischen Anspruch und Wirklichkeit gegangen. Anstelle eines gepflegten alten oder neu entwickelten Innenstadtareals gucken wir seit Jahren auf die Brache zwischen Blechen Carré und Stadthalle. Nach den bisherigen Erfahrungen hat die Cottbuser Bevölkerung allen Grund, nicht mehr an ein gutes Ende dieser Geschichte zu glauben. Ganz aussichtslos ist die Lage aber nicht. Sie muss nur grundsätzlich anders angegangen werden.

Die Ausstellung "Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale"

Auch die Privatisierung der Cottbuser Stadtpromenade wurde unter dem Diktat der Treuhandanstalt möglich, als Goldgräberstimmung unter alten und neuen Immobilienhaien herrschte. Die Geschichte unserer Stadtpromenade ist eingebunden in die Geschichte der Entwürdigung der ostdeutschen Bevölkerung nach der Wende. Aus diesem Grund bringt Stadtpromenade für alle in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung die Ausstellung "Schicksal Treuhand – Treuhand-Schicksale" nach Cottbus. Vom 20. März bis zum 25. März wird die Ausstellung in der BÜHNE acht, in der Erich-Weinert-Str. 2, zu sehen sein und von einem vielfältigen Rahmenprogramm begleitet.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die persönlichen Geschichten von Betroffenen, deren Lebenswege maßgeblich durch die Aktivitäten der Treuhand geprägt wurden. Sie sind aber auch eng verbunden mit 13 ausgewählten Branchen und Betrieben, welche dem destruktiven Zugriff durch die Treuhand ausgesetzt waren. Zusammen bilden sie exemplarisch die große Bandbreite der Zerstörungen und Schicksalsschläge ab und machen sie durch ihre große persönliche Nähe besonders greifbar. Historisch und politisch eingeordnet wird das Agieren der Treuhand durch den Wirtschaftshistoriker Jörg Roesler, die Politiker Christa Luft, Hans Modrow und Bodo Ramelow sowie den DDR-Oppositionellen Bernd Gehrke.
Das Begleitprogramm umfasst unter anderem einen Erzählsalon der Ausstellungskuratorinnen von Rohnstock Biografien, eine Lesung von Staatstheater-Schauspieler Michael Becker sowie die Vorstellung der Buchneuerscheinung "Das Treuhandtrauma. Spätfolgen der Übernahme" von Kultursoziologin Dr. Yana Milev. Insbesondere zum Erzählsalon laden wir alle Cottbuserinnen und Cottbuser herzlich dazu ein, von ihren Erfahrungen mit der Treuhand zu erzählen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen!

Frankfurt (Oder) - 6. bis 24. Januar 2020

Eine Kooperation mit dem DGB-Stadtverband Frankfurt (Oder).


Ort der Ausstellung

Europa-Universität Viadrina, Gräfin-Dönhoff-Gebäude

Europaplatz
15320 Frankfurt (Oder)

Öffnungszeiten der Ausstellung

Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr

Wir laden herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am 6. Januar 2020, 17 Uhr ein:

mit René Wilke (Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder)), Christian Hoßbach (Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg), Dr. Martin Wilke (bis Dezember 1990 Entwicklungsingenieur und Gruppenleiter in der Messverfahrensentwicklung im Halbleiterwerk Frankfurt/Oder; 2000-2018 Oberbürgermeister von Frankfurt) und einem Grußwort von Prof. Dr. Julia von Blumenthal (Präsidentin der Europa-Universtät Viadrina)

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Lauchhammer - 4. bis 21. November 2019

Die in der Ausstellung porträtierten Lauchhammeraner Dr. Konrad Wilhelm und Erhard Reiche bei der Präsentation der Ausstellung in Erfurt am20.8.2019 [Foto: Matthias Eckert, www.rosalux.de/treuhand]

In Kooperation mit dem Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer e.V.


Ort der Ausstellung

Friedensgedächtniskirche Lauchhammer

Kirchstr. 1
01979 Lauchhammer

Öffnungszeiten der Ausstellung

Dienstag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag: 13 bis 17 Uhr

Am 4. November um 18 Uhr laden wir herzlich zur Eröffnung der Ausstellung ein:

mit Roland Pohlenz (Bürgermeister von Lauchhammer), Marlen Block (MdL, stellv. Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg), Axel Troost (Senior Fellow für Wirtschafts- und Europapolitik bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Zeitzeug*innen

Zudem wird es zwei begleitende Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen mit. Prof. Dr. Christa Luft (Wirtschaftsministerin in der Modrow-Regierung) geben:

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Zur Veranstaltungsübersicht in Lauchhammer und Senftenberg ...