Das Kulturwunder

ein Ausstellungsprojekt von Peter Goedel, Helga Storck (†) und Pierre Wilhelm

Aktuell zu sehen in Erfurt als Begleitausstellung zur Ausstellung "Zwei deutsche Architekturen"!

  • vom 26. Juli bis 13. September 2020
  • im Patrizierhaus "Zum Güldenen Krönbacken" (Michaelisstraße 10, 99084 Erfurt)

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Ein Ausstellungsprojekt von Peter Goedel, Helga Storck (†) und Pierre Wilhelm - im Auftrag des Goethe-Instituts Atlanta, USA.

Mit Unterstützung durch das Kulturreferat München und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. kann die Ausstellung als Wanderausstellung in deutscher Sprache gezeigt werden.

Zur Internetpräsenz der Ausstellung: https://www.kulturwunder-ausstellung.de/

Die Ausstellung

Ende der 1980er Jahre existierten in der DDR etwa 1.200 Kultur- und Klubhäuser, die zentrale Orte des kulturellen wie des sozialen Lebens darstellten. Ein Phänomen, das auch heute noch beeindruckt und zur Auseinandersetzung einlädt.

Die Wanderausstellung beleuchtet die große Bedeutung von kultureller Bildung und soziokulturellen Zentren für die Gesellschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung der Kulturhäuser im Osten Deutschlands.

Exemplarisch werden Kultur- und Klubhäuser in Fotos, Dokumenten und Texten vorgestellt (Mestlin, Plessa, Wolfen z.B.), aber auch allgemeine Ausführungen zur Architektur, zur Bedeutung für die Kommunen, zur Statistik und zum Niedergang vor und nach der Wende gemacht.

Bei der kulturell-historischen Aufarbeitung dieses Kapitels der DDR-Geschichte werden die ideolo-gischen Absichten von Staat und Partei keineswegs ausgespart. Die Ausstellung bettet die Entwicklung in ihren historischen Zusammenhang ein, stellt die Volkshäuser der Arbeiterbewegung am Ende des 19. Jahrhunderts als Vorläufer vor und ermöglicht die Reflexion über die Bedeutung von kultureller Bildung und soziokulturellen Zentren für die heutige Gesellschaft.

Die Ausstellung ermöglicht so einen Blick zurück zu den Anfängen des Anspruchs, Kultur und Bildung für alle zugänglich zu machen, auf das Engagement sozial engagierter Unternehmer und
bildungshungriger Arbeiter*innen und auf das europaweit einmalige Phänomen der Kulturhäuser im Osten Deutschlands.

Die Ausstellung „Das Kulturwunder im Osten Deutschlands“ wurde von Helga Storck †, Peter Goedel und Pierre Wilhelm kuratiert, die die Schau im Auftrag des Goethe-Instituts Atlanta, USA, erarbeitet haben. Dort hatte sie 2014 auch Premiere. Dank der Unterstützung des Kulturreferats der Stadt München und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. kann sie als Wanderausstellung in deutscher Sprache gezeigt werden.

So war sie in Deutschland bereits in Burg bei Magdeburg, Mestlin, München, Plessa, Potsdam, Unterwellenborn, Weißwasser, Wolfen und im Thüringer Landtag in Erfurt zu sehen.

Stimmen zur Ausstellung

  • „Während sich in den Fünfzigern im Westen ein Wirtschaftswunder einstellte, brachte der Osten, so die These, ein Kulturwunder hervor. Der Befund ist wohltuend ausbalanciert und trotz seiner plakativen Einfachheit stimmig […].“ Schweriner Volkszeitung (2016)
  • „Beeindruckende Details liefert eine Statistik aus dem Jahre 1968 zur „Volkskultur“: 2.000 Laientheater mit über 40.000 Mitwirkenden, 1.400 Blasorchester mit 32.000 Musikern, 500 Chöre mit 200.000 Sängern. Insgesamt waren 788.000 Menschen in den Kulturzirkeln aktiv. […] Peter Goedel, Helga Storck und Mitkurator Pierre Wilhelm sind hier nicht auf einem Ostalgie-Trip.“
    Süddeutsche Zeitung (2017)
  • „[…] wenn man die Geschichte der Kultur in der Sowjetischen Besatzungszone betrachtet, aus der später die DDR und noch viel später eine krachend gescheiterte Diktatur wurde, kommt man dennoch nicht um eines herum: dass die kulturelle Entwicklung der Nachkriegszeit ein beispielhaftes Erfolgs-projekt war […].“
    Potsdamer Neueste Nachrichten (2016)
  • „Ich bin der festen Überzeugung, dass der Gestaltungswille und das Engagement der ostdeutschen Menschen ein wichtiges Pfund für die Revitalisierung von kulturellen und sozialen Einrichtungen in ländlichen Regionen sind und einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt leisten.“
    Iris Gleicke (2016), „Ostbeauftragte“ der Bundesregierung von 2014 bis 2018

Kontakt

Die Ausstellung "Das Kulturwunder. Neue Perspektiven auf Geschichte und Werte" ist ein Projekt von Peter Goedel, Helga Storck († 2014) und Pierre Wilhelm.

  • Ansprechpartner für die Ausstellung
    Peter Goedel, Pierre Wilhelm
    E-Mail: kontakt [at] kulturwunder-ausstellung.de
  • Ansprechpartner für mögliche Veranstaltungen im Land Brandenburg
    Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V.
    Dortustr. 53, 14467 Potsdam
    Telefon: 0331.8170432
    E-Mail: info [at] bbg-rls.de
  • Zur Internetpräsenz der Ausstellung
    www.kulturwunder-ausstellung.de

Bisherige Veranstaltungen in Brandenburg und darüber hinaus

* Wittenberge (7.10. bis 7.11.2019)

Anlässlich des 60. Jubiläums des Kultur- und Festspielhauses Wittenberge macht die Ausstellung Station an der Elbe - und zwar im Foyer des Rathauses Wittenberge.
Rainer Dyk hat im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg zwei zusätzliche Tafeln erarbeitet, die die Geschichte und Gegenwart des Kulturhauses Wittenberge beleuchten und ebenfalls im Rathaus zu sehen sind.

  • 7. Oktober bis 7. November 2019
    Rathaus Wittenberge, August-Bebel-Straße 10, 19322 Wittenberge
    montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr
    freitags von 8 bis 12 Uhr
    Eintritt frei.
  • Eröffnung der Ausstellung
    7. Oktober 2019, 14 Uhr
    Rathaus Wittenberge, August-Bebel-Straße 10, 19322 Wittenberge
  • Gespräch & Film "Ein Kulturhaus erzählt"
    Gespräch mit dem Kurator der Ausstellung PETER GOEDEL und Vorführung von Ausschnitten aus dem Dokumentarfilm „Ein Kulturhaus erzählt“ (Deutschland 2010, Regie/Buch: Helga Storck & Peter Goedel) über das Kulturhaus der einstigen Bunawerke; Moderation: Dr. MARGRID BIRCKEN (Literaturwissenschaftlerin)
    5. November 2019, 18 Uhr
    Torwächterhaus Wittenberge, Am Steintor, 19322 Wittenberge
  • Podiumsdiskussion "Woran wir uns erinnern wollen. 1989 – das „Wende“-Jahr in Wittenberge"
    zwischen Freude und Frust, zwischen erkämpften Freiheiten und Abwicklung von Betrieben, zwischen Arbeitslosigkeit, ABM und Neugründungen
    Gesprächsrunde u.a. mit REINHARD WORCH (Pfarrer i.R.), KARSTEN KORUP (Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Wittenberge), BÄRBEL TREUTLER (Kreistagsabgeordnete, erste Gleichstellungsbeauftragte der Prignitz) und LOTHAR WUTTKE (Veritasklub); Moderation: STEFFEN KLUDT (Vors. der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg, Potsdam/Wittenberge)
    21. November 2019, 17.30 Uhr
    Hotel Germania, Bahnstraße 53A, 19322 Wittenberge