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Nachricht , : "Feldpostbriefe und familiäre Verstrickungen in den Nationalsozialismus" - Veranstaltung wird verschoben

Die Veranstaltung am 12. Mai in Fürstenwalde muss verschoben werden!

Details

StadtAESW Aufmarsch 3.7.1932 Slg Tellgmann verwenden

ACHTUNG: Die Veranstaltung am 12. Mai in Fürstenwalde muss leider verschoben werden. Einen neuen Termin geben wir rechtzeitig auf unserer Homepage bekannt.


»Aus Russland bekam sie den Witwenschleier« - Feldpostbriefe als Zeugnisse familiärer Verstrickungen in den Nationalsozialismus
Vortrag und Gespräch mit Fritz Burschel über die Aufarbeitung der Feldpost seiner Großeltern

Im Moment ist die bereits alternde (zweite und dritte) Nachkriegsgeneration mit ihren Familienrecherchen zugange und mit jeder neu präsentierten familiengeschichtlichen Erzählung werden Fanatismus, Normalität und Verstrickung der Deutschen in ihr faschistisches Regime schmerzvoll offenbar.
Auch der historische Schatz von 1500 erhaltenen Feldpostbriefen seiner Großeltern, den der Historiker und Publizist Friedrich Burschel durchgearbeitet hat, ist ein Zeugnis gleichzeitig deutscher Hybris und Kleinkariertheit, die in die Katastrophe führten und danach eben nicht die notwendige wissenschaftliche Durchdringung erfuhren, die den Namen „Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit“ verdienen würde. Das Beschweigen eigener Verantwortung und familiärer Verstrickung dauert bis heute an und wirkt sich fatal auf eine Gesellschaft aus, die sich anschickt, fast 100 Jahre später zu neuem Größenwahn sich aufzuschwingen.
Die Recherche historischer Kontexte gehört neben vielen anderen Aspekten von jeher zum antifaschistischen Handwerk: das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Betroffenen deutscher  antisemitischer, rassistischer und kriegerischer Vernichtungspolitiken und auf dem Herausarbeiten antifaschistischer, widerständiger und humanistischer Traditionslinien heutiger Antifa-Arbeit. Aber auch der Blick auf die Täter*innen lohnt sich, erschüttert manche erinnerungspolitische Hilfskonstruktionen und setzt deutsche Antifaschist*innen in oft unbehagliche familiäre Kontexte.

Friedrich Burschel hat Geschichte und Politik studiert, arbeitete anderthalb Jahrzehnte als Referent zu Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS). Für die RLS, NSU-Watch und Radio Lotte Weimar hat er über 5 Jahre den NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München und viele weitere Prozesse zu rechtem Terrorismus beobachtet. Er hat zahlreiche einschlägige Bücher herausgegeben, u.a. „Das faschistische Jahrhundert. Neurechte Diskurse zu Abendland, Identität, Europa und Neoliberalismus“ und „Rechte Ränder. Faschismus, Gesellschaft und Staat“ (mit Gideon Botsch, Christoph Kopke und Felix Korsch).

Mittwoch, 6. Mai, 18 Uhr
Lothar-Bisky-Haus, Alleestraße 3, 14469 Potsdam
und
Dienstag, 12. Mai 2026, 18 Uhr
Foyer im Alten Rathaus, Am Markt 1, 15517 Fürstenwalde