Interviews zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen

Entwicklungspolitik in Corona-Zeiten - Uwe Prüfer von VENROB im Gespräch mit Sven Rosig (6.7.2020)

Uwe Prüfer und Sven Rosig im Studio Libertalia im Café hausZwei im freiLand Potsdam [Foto: RLS Brandenburg]

Am 6. Juli sprach der Publizist Sven Rosig in unserem RLS-Brandenburg-Podcast mit Uwe Prüfer, Eine-Welt-Promotor und Netzwerkkoordinator bei Venrob e.V., dem Verein entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburg, über Entwicklungspolitik in Zeiten der Corona-Pandemie.

Wie auch in vielen anderen politischen Bereichen zeigen sich auch in der Entwicklungspolitik altbekannte Probleme in verstärkter Form. Bestehende globale Ungleichheiten vertiefen sich weiter. Menschen, die ohnehin schon benachteiligt sind, in Armut und unter diskriminierenden Bedingungen leben, sind weltweit sowohl durch die Krankheit selbst als auch durch die Maßnahmen gegen die Pandemie ungleich stärker betroffen.

Diese Herausforderungen für die Entwicklungspolitik sowie die Arbeitsbedingungen entwicklungspolitischer Akteur*innen in dieser Zeit und die Frage, was wir in Brandenburg tun können, sind Thema des Gesprächs.

Frauenpolitik in Corona-Zeiten - Verena Letsch vom Frauenpolitischen Rat Brandenburg im Gespräch mit Sven Rosig (6.7.2020)

Verena Letsch und Sven Rosig im Studio Libertalia im Café hausZwei im freiLand Potsdam [Foto: Cathleen Bürgelt]

Frauenpolitik in Zeiten der Corona-Pandemie – das war Thema des Interviews, das der Publizist Sven Rosig am 6. Juli 2020 für unseren RLS-Brandenburg-Podcast mit Verena Letsch führte, der Referentin für Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit beim Frauenpolitischen Rat Brandenburg.

Neben einer Vorstellung des sehr breit aufgestellten Dachverbands ging es in dem Gespräch vor allem um das Missverhältnis zwischen einer besonderen Betroffenheit von Frauen in der Corona-Krise und der Nichtbeachtung des Geschlechterbezugs in den Hilfsangeboten sowie um die daraus entstehenden Forderungen aus frauenpolitischer Sicht. Dazu gehören u.a. ein Gender-Budgeting, die Aufwertung der Pflegeberufe und der Care-Arbeit oder ein Frauenhausfinanzierungsgesetz.

Aber auch die unterschiedlichen Strömungen im Feminismus und die aktuelle Debatte um mehr Parität waren Gegenstand des Interviews.

Europa in der Krise - Gabi Zimmer im Gespräch mit Sven Rosig (2.6.2020)

Gabi Zimmer und Sven Rosig im Studio Libertalia im Café hausZwei im freiLand Potsdam [Foto: Cathleen Bürgelt]

Am 2. Juni 2020 war Gabi Zimmer (von 2004 bis 2019 Mitglied des Europäischen Parlaments und von 2012 bis 2019 Vorsitzende der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne im EP) zu Gast in unserer kleinen Interviewreihe. Im Zentrum des Gesprächs mit dem Publizisten Sven Rosig standen die multidimensionalen Herausforderungen, mit denen sich ein „Europa in der Krise“ konfrontiert sieht, und die Erwartungen an progressive, linke Kräfte, um die gegenwärtig bestehende Chance zu nutzen, die Entwicklung hin zu einem wirklich solidarischen, ökologischen, nachhaltigen und demokratischen Europa zu forcieren.
 
Vor diesem Hintergrund erinnert Gabi Zimmer mit Verweis auf das Manifest von Ventotene von 1941 an den ursprünglichen europäischen Gedanken, der sich aufgrund der desaströsen Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs entschieden gegen das Primat nationaler Ökonomien wandte und eine antifaschistische, sozialistische Vision von Europa entwarf.

Dass dieser Ansatz bei der Gründung der EU als Wirtschaftsunion, im Umgang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise und vor allem bei der menschenrechtsverachtenden Migrationspolitik keine Rolle spielte, hat letztlich nationalistischen, reaktionären, homophoben Kräften den Weg geebnet. Diese Entwicklung aufzuhalten, könnte gelingen, so Gabi Zimmer, wenn das 750 Mrd. umfassende „Rettungspaket“ für eine Wiederbelebung des Solidaritätsgedankens und einen nachhaltigen, sozio-ökologischen Umbau genutzt wird – und dies nicht nur eine Ankündigung bleibt, hinter der die eingefahrenen Wege der Markt-, Wettbewerbs-, Profitlogik weiterverfolgt werden.

Das Studio Libertalia im freiLand konnten wir erneut als Produktionsort nutzen - einen herzlichen Dank dafür ans hausZwei. 

Gesundheitssystem in der Krise - Anita Tack im Gespräch mit Sven Rosig (26.5.2020)

Anita Tack und Sven Rosig im Studio Libertalia im Café hausZwei im freiLand Potsdam [Foto: Julia Bär]

Am 26.5.2020 interviewte der Publizist Sven Rosig für unseren RLS-Brandenburg-Podcast Anita Tack (Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg von 2009 bis 2014 sowie von 1994 bis 2019 Mitglied des Landtags Brandenburg) zu den Schwachstellen unseres Gesundheitssystems und linken Antworten darauf.

Obwohl in Deutschland die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine Extremsituation wie in anderen Ländern verhindern konnten, hat die Pandemie-Situation viele schon lange bekannte Schwächen des Gesundheitssystems noch deutlicher vor Augen geführt und gibt erneut Anlass, über grundsätzliche Fragen der Finanzierung und Organisierung des Gesundheitswesens nachzudenken und Änderungen einzufordern.

Anita Tack geht in dem Gespräch unter anderem auf die Finanzierung und Struktur von Krankenhäusern, die Überlastung und Unterbezahlung in medizinischen Berufen und auf das System der Krankenkassen ein. Sie formuliert zudem Änderungsvorschläge, welche das Gesundheitssystem nicht nur sozial gerechter gestalten, sondern auch nachhaltig besser auf Ausnahmesituationen vorbereiten würden.

Einen Dank geht erneut ans Studio Libertalia im hausZwei für die technische Betreuung.

Grundrechte in der Krise - Dr. Ronald Pienkny im Gespräch mit Sven Rosig (18.5.2020)

Dr. Ronald Pienkny und Sven Rosig im Studio Libertalia im Café hausZwei im freiLand Potsdam [Foto: Julia Bär]

Am 18. Mai 2020 haben wir im Café hausZwei den ersten Podcast einer kleinen Reihe aufgezeichnet, die sich mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen befassen wird.

Der Publizist Sven Rosig sprach mit dem Juristen Dr. Ronald Pienkny, von 2012-2019 Staatssekretär im seinerzeit von der LINKEN geführten Brandenburgischen Justizministerium, über die Grundrechtseinschränkungen in Folge der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Insbesondere angesichts des derzeitigen Missbrauchs des Themas durch Rechte und Verschwörungsdenker, die sich als Verteidiger des Grundgesetzes ausgeben, halten wir es für besonders wichtig, verbreiteten Verschwörungsphantasien eine sachverständige Analyse der derzeitigen juristischen und politischen Lage in der Pandemie-Situation entgegenzusetzen. Notwendige Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit haben unser Alltagsleben in den letzten Wochen und Monaten massiv beeinträchtigt und tun dies noch. Die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen sind wohl noch kaum vollumfänglich einschätzbar, aber sie werden unser Leben sicher noch lange begleiten.

Ronald Pienkny erläutert eingangs, auf welcher juristischen Basis diese massiven Einschnitte in die Grundrechte möglich sind. Er erörtert auch an Beispielen wie der Einschränkung der Versammlungsfreiheit und der diskutierten Einführung einer „Corona-App“, an welchen Stellen mehr Augenmaß nötig und mildere Maßnahmen möglich gewesen wären bzw. sind und welche Fragen wir im Spannungsfeld zwischen Gesundheitsschutz und Verteidigung der Grundrechte im Auge behalten sollten.  

Wir hoffen, dass wir damit einen kleinen Beitrag zu einer sachlichen Auseinandersetzung um die Verteidigung der Grundrechte in Zeiten der Pandemie leisten können.

Einen Dank möchten wir an dieser Stelle gern auch ans hausZwei richten für die technische Betreuung, den guten Kaffee und überhaupt.

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