23. Mai 2018 Diskussion/Vortrag Gibt es nur FÜR oder GEGEN Kohle? Oder geht es um den Strukturwandel im Revier?

Mit Daniel Häfner, Jörg Staude, u.a.

Information

Veranstaltungsort

ASB-Begegnungsstätte «Lausitzer Seenland»
Kormoranstr. 1
01968 Senftenberg

Zeit

23.05.2018, 17:00 - 19:00 Uhr

Themenbereiche

Staat / Demokratie

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Stimmt es eigentlich, dass es lediglich ein Für die Kohle und auf der anderen Seite ein Gegen die Kohle gibt? Was heißt Strukturwandel im Revier? Um diese Fragen soll es in dieser öffentlichen Diskussionsveranstaltung gehen, zu der die Initiative „Lisa-Café“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung einlädt.

Eingeladen sind der freie Journalist JÖRG STAUDE (u.a. „Frankfurter Rundschau“, „neues deutschland“ und „Klimareporter“) und DANIEL HÄFNER vom Lehrstuhl Sozialwissenschaftliche Umweltfragen der BTU Cottbus/Senftenberg. Sie stellen Studien und Konzepte zum Thema Strukturwandel vor. Lokale Akteure, Betroffene und Einwohnerinnen und Einwohner aus Senftenberg und der Lausitz sind eingeladen, sich mit ihren Überlegungen und Fragen in der Veranstaltung zu Wort zu melden.

Denn wenn es stimmt, dass das „Ende der Kohle“ im Lausitzer Revier notwendig und inzwischen auch von „der Politik“ beschlossene Sache ist, dann leuchtet ein, dass es um eine sehr komplexe gesamtgesellschaftliche Aufgabe geht. Doch wie kann erreicht werden, dass dieser Prozess tatsächlich als Strukturwandel gestaltet wird? Schwierige Aufgaben deuten sich an. Um ökonomische Prozesse wird es gehen, die nicht allein durch betriebswirtschaftliches Herangehen zu bewältigen sein werden. Volkswirtschaftliches Herangehen muss gefragt sein – und zwar im Kontext des globalen Rahmens. Weiterhin werden soziale Fragen, die nicht allein die Arbeitsplätze der jetzt noch im Braunkohlenbergbau, in der Energiewirtschaft und davon abhängigen Handwerker- und Industriebetrieben betreffen, immer wieder im Mittelpunkt politischer Entscheidungen stehen. Die kulturellen  Dimensionen stehen als Herausforderung, die eben „Kultur“ nicht als Angelegenheit betrachtet, die nach der Arbeit kommt, sondern Lebensweise und Lebensqualität in Gänze erfasst. Besondere Berücksichtigung wird der dann anstehende Identitätswandel in einer ehemaligen Bergbauregion finden müssen. Denn erst einmal sieht es ganz nach Identitätsverlust einer gesamten Region aus. Die Entwicklung der sorbischen/wendischen Kultur wird noch viel stärker als positive Herausforderung ins Zentrum zu rücken sein. Kommunale und regionale Infrastrukturplanung zur Förderung selbstragender Wirtschaft und attraktiver Angebote in Kultur, Wissenschaft und Bildung ist ebenfalls gefordert. Es werden keine Heilsversprechen zu verkünden sein, sondern für eine schwierige Herausforderung ist zu werben, für die hier zu arbeiten und zu leben sich lohnt.

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.

Standort