14. November 2019 Film Erfahrungshorizont Ost -

Ein Abend für Christiane Mückenberger

Information

Veranstaltungsort

Filmmuseum Potsdam
Marstall / Breite Str. 1a
14467 Potsdam

Zeit

14.11.2019, 18:00 - 22:00 Uhr

Themenbereiche

Mitteleuropa, Kunst / Performance, Osteuropa

Zugeordnete Dateien

18 Uhr  Begrüßung: Prof. Dr. Susanne Stürmer (Präsidentin Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF)

Vortrag: »Erfahrungshorizont Ost – Was wir von Osteuropa lernen können« von Stephan Wackwitz (Schriftsteller und Publizist)
  

20 Uhr  Film "Die Mitte"
 R: Stanisław Mucha, D 2004, Dok., 86‘)

Eintritt: 18 Uhr frei, 20 Uhr 6 Euro (erm. 5 Euro) – Reservierung unter 0331 2718112, ticket@filmmuseum-potsdam.de

 

Christiane Mückenberger
Geboren 1929 in Gleiwitz kommt Christiane Mückenberger 1947 nach Berlin. Polnisch hat ihr das Leben beigebracht, Russisch liegt in der Zeit. Sie wendet sich der Slawistik zu, erst im Studium, dann an der Akademie der Wissenschaften. Doch was ist die russische Literatur des 19. Jahrhunderts gegen Eisenstein oder aufregende neue Filme aus Polen? Der Anbeginn eines neuen DEFA-Films, Festivals, Begegnungen zeigen eine Wende in Weltverständnis und Kunstauffassung an, die Mückenberger als Herausforderung und Verpflichtung annimmt. Der Eintritt ins gerade eröffnete Institut für Filmwissenschaft 1963 ist folgerichtig. Für Kurt Maetzigs »Kaninchen-Film« macht sie sich stark. Mit Folgen. Christiane Mückenberger verliert ihren Job. Nach Wiederzulassung zu Lehre und Forschung – ein Jahrzehnt später – konzentriert sie sich auf die Geschichte der DEFA und die Einbeziehung von Student*innen in die Forschung, woraus zwei Dokumentationen folgen. Als Intendantin des Internationalen Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm ist sie in Leipzig 1990 bis 1993 federführend. Sie mischt in der IG Medien beim Thema Frauen und Film mit, gibt der Wiederbegegnung mit DEFA-Filmen im ORB Gesicht und Wort und,  ist Gastdozentin an der Münchener HFF über sowjetischen Spielfilm.
Was für ein Leben! Nun ist sie 90 geworden. Glückwunsch, Christiane Mückenberger, Mitbegründerin des Filmmuseums Potsdam und Dozentin der Hochschule für Film und Fernsehen.

Erfahrungshorizont Ost – Was wir von Osteuropa lernen können
Vortrag von Stephan Wackwitz, Schriftsteller und Publizist, ehemaliger Leiter der
Goethe-Institute Kraków, Bratislava und Tbilissi
Das Thema des Abends geht aus dem Leben und der Arbeit Christiane Mückenbergers hervor, die sich als Filmhistorikerin, als Hochschullehrerin, als Übersetzerin wie vielleicht keine zweite Person in Deutschland für den osteuropäischen Film stark gemacht hat.
Der Film aus dem Osten (also der sowjetische, bzw. russische, ukrainische, georgische, armenische, lettische, moldauische, sowie der polnische, tschechische, slowakische, ungarische, rumänische, bulgarische usw. ist untrennbar mit der Geschichte des Weltfilms verbunden und hat stets den Austausch mit der Welt gesucht. Doch trotz des Enthusiasmus für den modernen Film aus Ost-, Mittelost- und Südosteuropa, das sich zum Beispiel in speziellen Filmfestivals (Cottbus, Wiesbaden) zeigt, läuft die Filmgeschichte des Ostens Gefahr, abgeschrieben zu werden.
Stephan Wackwitz mutige, nahezu trotzige Ansagen und Aussagen in Publikationen wie »Osterweiterung«, »Die vergessene Mitte der Welt«, regen dazu an Europa als Einheit in der Diversivität zu sehen und dabei auch die Besonderheiten des Ostens zu berücksichtigen. Vielleicht tun wir gut daran, wenn wir unseren Blick auf Europa – nicht nur bei der Filmgeschichte – ein wenig in Richtung Osten justieren.

Die Mitte (R: Stanisław Mucha, D 2004, Dok., 86‘)
Irgendwo zwischen Nordkap, Griechenland, Portugal und Russland muss er liegen, der geographische Mittelpunkt Europas. Danach gefragt, sagt einer, er wisse überhaupt nichts, ein anderer weiß, es ist Essen, ein dritter ist gerade im Urlaub, für einen vierten ist sie dort begraben, wo der Hund liegt, und ein fünfter sucht noch den richtigen Standpunkt. Auch der polnische Filmemacher Stanislaw Mucha sucht. Mit seiner Crew begibt er sich auf eine muntere Odyssee kreuz und quer durch den Kontinent und wird fündig. Er bereist mehr als ein Dutzend Orte, die den Anspruch erheben, das »Zentrum« Europas zu sein.

Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg

Telefon: +49 331 8170432