9. Juni 2018 Diskussion/Vortrag Historischer Kontext und regionale Bezüge zur Ausstellung in Schloss Freienwalde „Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“

mit Dr. Monika Nakath und Dr. Holger Politt

Information

Veranstaltungsort

Schloss Freienwalde
Rathenaustr. 3
16259 Bad Freienwalde (Oder)

Zeit

09.06.2018, 16:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Geschichte

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Vorträge und Gespräch mit Dr. Monika Nakath (Historikerin, Archivarin; Potsdam) und Dr. Holger Politt (Leiter des Auslandsbüros der RLS in Warschau)

in Kooperation mit dem Freundeskreis Schloss Freienwalde e.V.

Dokumentation der Veranstaltung


Der Freundeskreis Schloss Freienwalde e.V. und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. laden sehr herzlich zu einer Veranstaltung ins Schloss ein, bei der wir den historischen Kontext und die regionalen Bezüge der Ausstellung „Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“ vorstellen und einen Blick auf jüdisches Leben in Brandenburg in der NS-Zeit werfen möchten.
Die aktuell gezeigte Ausstellung wurde von der Assoziation „Kinder des Holocaust“ in Polen gemeinsam mit dem Warschauer Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung erarbeitet und erzählt anhand von 15 Einzelschicksalen beispielhaft die Geschichte von etwa 5000 jüdischen Kindern, die von ihren Eltern während der Nazi-Herrschaft in die Obhut polnischer Paare gegeben wurden mit der Bitte und  in der Hoffnung, ihnen so das Überleben zu sichern. 
Der Verband „Kinder des Holocaust“ ist eine weltweite Organisation, in der sich die vor der NS – Verfolgung geretteten Kinder zusammenfanden. Fast alle erfuhren erst als Erwachsene von ihrer wahren Herkunft. Die Spurensuche nach der eigenen verlorenen Identität brachte fast immer auch die traurige Gewissheit, der nationalsozialistischen Hölle als einziges Familienmitglied lebend entkommen zu sein.
Frau Dr. Nakath wird von der bedrohlichen Lebenssituation der jüdischen Bevölkerung in Brandenburg unter der NS - Diktatur, ihrer Verfolgung und auch Deportation ins Warschauer Ghetto berichten.
Herr Dr. Politt wird die katastrophalen Zustände im Warschauer Ghetto beschreiben, in dem zuletzt auch viele der in der Ausstellung vorgestellten Kinder und ihre jüdischen Eltern leben mussten.
Er wird auch von den polnischen Eltern berichten, die trotz aller Gefahren jüdische Kinder aufnahmen, und sie so vor dem sicheren Tod in den Vernichtungslagern retteten.
Dr. Politt wird zudem auf die aktuellen erinnerungspolitischen Debatten in Polen eingehen.


Dr. Monika Nakath ist Historikerin und Archivarin und kuratierte während ihrer langjährigen Tätigkeit im Brandenburgischen Landeshauptarchiv auch dessen Ausstellungen, so u.a. „Aktenkundig: 'Jude!'. Nationalsozialistische Judenverfolgung in Brandenburg. Vertreibung – Ermordung – Erinnerung“ und begleitete die Arbeit vieler Stolperstein-Gruppen in Brandenburg.

Dr. Holger Politt studierte Philosophie, lebt und arbeitet in Warschau, wo er von 2003 bis 2009 und seit 2017 das Auslandsbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung leitet, das die Ausstellung mitverantwortet hat. Er publiziert regelmäßig zur aktuellen politischen Situation in Polen.

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