23. November 2018 Diskussion/Vortrag Die Ausbeutung der sorgenden Gemeinschaft. Laienpflege als Beispiel

mit Dr. Tine Haubner (Soziologin, Marxpreisträgerin)

Information

Veranstaltungsort

AWO Akademie
Röhrenstr. 6
14480 Potsdam

Zeit

23.11.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Vortrag und Diskussion mit Dr. Tine Haubner (Soziologin; Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Moderation: Stefan Hoffmann (AWO Bezirksverband Potsdam)

in Kooperation mit AWO Bezirksverband Potsdam e.V.

 

Der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. und die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. laden herzlich zu einer Veranstaltung mit der Jenaer Soziologin Dr. Tine Haubner ein. Der Eintritt ist frei.

Die Referentin wird ihre fundierte Analyse der Altenpflege in Deutschland vor- und zur Diskussion stellen. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit führte sie Interviews insbesondere mit pflegenden Angehörigen, freiwillig Engagierten, in der Pflege eingesetzten Langzeitarbeitslosen sowie Frauen aus Osteuropa – und stellte sich daraufhin die Frage, was in der deutschen Altenpflege vor sich geht, wenn ungeschulte Laien Sondennahrung verabreichen, als „Betreuungsassistenten“ bettlägerige Patienten waschen oder als „Haushaltshilfe“ monatelang mit einer demenzkranken Pflegebedürftigen das Bett teilen.

Ende der 1990er Jahre wurde auch als Reaktion auf den Pflegenotstand der informelle Bereich der Laienpflege durch die Politik gezielt gestärkt – für Tine Haubner eine typische sozialpolitische Lösungsstrategie zur Kosteneinsparung, in der Laien-kräfte der strukturellen und kaskadenförmigen Ausbeutungsdynamik zum Opfer fallen und zu Ausfall-bürgen eines sozialstaatlichen Umbaus im Kontext einer Krise sozialer Reproduktion werden.

Dr. Tine Haubner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ihre Promotion ist 2017 im Campus-Verlag erschienen (Die Ausbeutung der sorgenden Gemeinschaft. Laienpflege in Deutschland, Frankfurt/M., 495 S., 39,95 €, ISBN: 978-3-59350-735-4) und wurde mehrfach preisgekrönt, so unter anderem mit dem Dissertationspreis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2018 oder dem Marx-Preis im Bereich Marxismus-Feminismus.

Der Eintritt ist frei.

Standort