8. Mai 2018 Diskussion/Vortrag Freiheit und Heimat bei Ernst Bloch

mit Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann

Information

Veranstaltungsort

Cafe Zelig
Friedrich-Ebert-Straße 21
03044 Cottbus

Zeit

08.05.2018, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Gesellschaftliche Alternativen

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Vortrag und Diskussion mit Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann (Philosoph, Senftenberg)

Freiheit – Befreiung – Heimat: „Freiheit“ gehört recht selbstverständlich zur marxistischen Begrifflichkeit und wird auch in der Programmatik der Linken wie im politischen Alltagsgeschäft gebraucht. Neben dem unreflektierten Benutzen des Wortes vor allem in Feierstunden und Wahlkämpfen ist in linken Debatten jedoch durchaus das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft wie auch der Konflikt zwischen Denkbarem und Machbarem Thema ernsthafter theoretischer Überlegungen, die auf praktisches Handeln zielen. Schwierig wird es, wenn der auf Spinoza, Hegel und Engels zurückgehende Satz von der Freiheit als Einsicht in die Notwendigkeit im Sinne von „es gibt keine Alternative“ verwendet wird. Robert Havemann kritisierte 1975 zu Recht, dass „nach der im Staats-Marxismus vollzogenen Metamorphose“ sich dieser Satz etwa so präsentierte: „Freiheit (des Staates) erfordert Einsicht in die Notwendigkeit der Unfreiheit (des Individuums).“ Doch das Berufen auf historische Notwendigkeit, um bestimmte Entwicklungen aufzuhalten oder auch voranzutreiben ist nicht das Privileg der Linken. Verständlich bei Konservativen, wenn beim Begriff Freiheit nicht „Befreiung“ mitgedacht wird. Ein linker Gesellschaftsentwurf ohne diese beiden Begriffe ins Verhältnis zu eingreifendem Denken zu bringen, dürfte kaum auf der Höhe der Zeit sein. Ernst Bloch kann hier noch immer auf die Sprünge helfen, wenn er von Befreiung spricht und Freiheit als Freiheit von Druck, „also von etwas, das den aufrechten Gang verhinderte und verneinte“, versteht.

Das Wort „Heimat“ reklamiert ein geradliniger Linker eher nicht für sich. „Links ist da, wo keine Heimat ist“, war der Titel eines kürzlich erschienenen Artikels in der Tageszeitung „neues deutschland“. „Volk“ ist ebenfalls kontaminiert. Das ist eine schwierige Konstellation für Sorben/Wenden, jedoch nicht nur für sie, weil lokale Heimatvereine keineswegs von Linken gemieden werden. Auch hier könnte Bloch mit seinem dynamischen Begriff von Heimat zur Diskussion und zu weniger Konfrontation beitragen. Das wird jedoch erst noch zu zeigen sein. Die Veranstaltung will dazu beitragen.

 

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