Potsdamer Außenpolitischer Dialog

Jenseits der Konfrontation! Für eine Neugestaltung der Beziehungen zwischen der EU und Russland

Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V. und des WeltTrends-Institut für Internationale Politik

3. November 2018, 10 bis 17 Uhr

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Potsdam


Teilnehmende am Potsdamer Außenpolitischen Dialog 2018 [Foto: Christian Spicker]

Für ein Ende der Eiszeit mit Russland

Veranstaltungsbericht von Raimund Krämer


Am 3. November 2018 veranstalteten die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg (RLS) und das WeltTrends-Institut für Internationale Beziehungen (IIP) gemeinsam den diesjährigen „Potsdamer Außenpolitischen Dialog“. Das Thema der alljährlichen außenpolitischen Fachtagung war: „Jenseits der Konfrontation! Für eine Neugestaltung der Beziehungen zwischen der EU und Russland“.

Den Veranstaltern ging es um alternatives Denken zu den gegenwärtigen dominanten Strömungen in Politik und Medien, die auf eine Rückkehr zur Konfrontation in der Weltpolitik generell und im Verhältnis zu Russland speziell zielen. In der Öffentlichkeit herrscht große Verunsicherung angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland. In dieser Situation diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Polen, der Tschechischen Republik, der Russländischen Föderation und Deutschland die Sicherheitslage in Europa und die friedenspolitischen Perspektiven für den europäischen Kontinent.

Panel 1 "Europäische Sicherheit im 20. Jahrhundert - Erfahrungen und Lehren" mit Dr. Arne Seifert, Peter Steglich, Prof. Dr. Raimund Krämer, Dr. Hans Misselwitz (v.l.n.r.), Wladimir Fomenko und Prof. Dr. Lutz Kleinwächter (nicht im Bild) [Foto: Christian Spicker]
Panel 2 "Aktuelle Herausforderungen für die europäische Sicherheit - Sichten aus Mittel- und Osteuropa" mit Dr. Vladimir Handl, Prof. Dr. Krzysztof Malinowski, Dr. habil. Erhard Crome, Dr. Holger Politt (v.l.n.r.) und Dr. Wolfgang Wallraf (nicht auf dem Bild) [Foto: Christian Spicker]

Prof. Dr. Raimund Krämer, Vorstandsmitglieder der Stiftung und Chefredakteur der Zeitschrift WeltTrends eröffnete die Tagung und erinnerte daran, dass 30 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges wir überall Enttäuschung und Misstrauen vorfinden. Wir haben eine Situation in Europa, die sich vor drei Jahrzehnten, als die Charta von Paris beschlossen wurde, niemand vorstellen konnte: Militärische Auseinandersetzungen auf dem Kontinent, Aushöhlung und Verletzung des Völkerrechts, Großmanöver, angekündigte und bereits realisierte Vertragsbrüche, gegenseitige Sanktionen. Die Situation erinnere, so meinen manche Beobachter, an den Kalten Krieg. Jedoch könnten wir auch die Großmachtrivalitäten Ende des 19. Und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als historischen Vergleich nehmen: Ohne jegliche ideologische Kontroversen, wie sie für den Kalten Krieg letztlich so typisch waren, führten diese Rivalitäten in den verheerenden 1. Weltkrieg. Diese Blaupause würde die Dramatik der jetzigen Lage in Europa sogar noch deutlicher machen, so Krämer.

Dr. Hans Misselwitz, als Staatssekretär in der de Maizière-Regierung von Seiten der DDR an den „2-plus-4-Verhandlungen“ beteiligt, erinnerte in seinem Impulsreferat an die Umbrüche der Jahre 1989/90, in denen auch die Weichen für künftigen Entwicklungen in Europa, auch für die späteren Verwerfungen gestellt wurden. Zentral war dabei die Problematik der Erweiterung der NATO nach den Osten. Darum drehte sich dann auch die zum Teil polemische Debatte, in der Dr. Vladimir Handl (Karlsuniversität Prag, Tschechische Republik), Prof. Dr. Krzysztof Malinowski (West-Institut, Poznań), Prof. Dr. Bogdan Koszel (Adam-Mickiewicz-Universität, Poznań) Dr. Wladislaw Below (Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, Moskau) ihre zum Teil gegensätzlichen Positionen vorstellten.

Panel 3 "Russland und die europäische Sicherheit" mit Prof. Dr. Bogdan Koszel, Kerstin Kaiser, Dr. Wladislaw Below (v.l.n.r.), Dr. Alexander Neu, MdB und Dr. Wolfgang Schwarz (nicht auf dem Bild) [Foto: Christian Spicker]


Panel 4 "Deutschland und die europäische Sicherheit" mit Dr. Petra Erler, Dr. Erhard Crome, Wolfgang Gehrcke (v.l.n.r.), Dr. Vladimir Handl und Prof. Dr. Krzysztof Malinowski (nicht im Bild) [Foto: Christian Spicker]

Zu den Diskutanten gehörten die ehemaligen DDR-Botschafter Peter Steglich und Dr. Arne Seifert, Fellows des IIP wie Dr. Erhard Crome, Prof. Lutz Kleinwächter und Wolfram Wallraf sowie Kerstin Kaiser, Leiterin des Moskauer RLS-Büros, und Dr. Holger Politt, Leiter des RLS-Büros in Warschau. In der Debatte sprach auch General a.D. Klaus Wittmann. Aus der Politik nahmen der langjährige außenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, Wolfgang Gehrcke, und der abrüstungspolitische Sprecher der Fraktion, Dr. Alexander Neu, teil. 

Anfang des kommenden Jahres erscheinen die Beiträge von Referenten und Teilnehmern der Tagung in einer Publikation der Stiftung.

Bereits jetzt zum Vormerken im Kalender: Der kommende Potsdamer Außenpolitische Dialog wird am 2. November 2019 stattfinden.

[Foto: Christian Spicker]

Organisatorisches

Treffen der Außenminister Lawrow und Maas im September 2018 (Foto: Christian Spicker)

  • Zeit

Samstag, 3. November 2018

10.00 bis 17.00 Uhr


  • Ort

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam


  • Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenlos, wir bitten jedoch aus organisatorischen Gründen um Anmeldung 

per E-Mail: info@bbg-rls.de

per Telefon: 0331 817 04 32 oder

per Fax: 0331 817 04 33


  • Einladung

als PDF-Datei...


Worum geht es?

 

Der diesjährige Potsdamer Außenpolitische Dialog bietet ein Forum friedenspolitischer Alternativen in den aktuellen Turbulenzen der internationalen Beziehungen. Es geht um alternatives Denken zu den gegenwärtigen dominanten Strömungen in Politik und Medien, die auf eine Rückkehr zur Konfrontation in der Weltpolitik generell und im Verhältnis zu Russland speziell zielen. In der Öffentlichkeit herrscht große Verunsicherung angesichts der zunehmenden Spannungen zwischen dem Westen und Russland. Von der Rückkehr zum Kalten Krieg wird immer wieder gesprochen. In dieser Situation soll die traditionelle außenpolitische Fachkonferenz friedenspolitische Alternativen für den europäischen Kontinent diskutieren.

Es geht um das Festhalten bzw. Wiederbeleben der Prinzipien der friedlichen Koexistenz. Dazu wird ein Blick in die widersprüchliche Geschichte der europäischen Staatenbeziehungen im 20. Jahrhundert geworfen und an die Erfahrungen aus dieser spannungsreichen Zeit erinnert. Dabei spielt die Frage nach dem Verhältnis zwischen „dem europäischen Westen“ in Form der Europäischen Union und der „europäischen Großmacht“ Russland eine besondere Rolle. Auf der Tagung kommen deshalb sowohl Stimmen aus Russland als auch aus den mittel- und osteuropäischen Staaten zu Wort. Zugleich steht die Verantwortung Deutschlands für eine europäische Friedensordnung im Blickpunkt der Tagung.

Programm

10.00 Uhr 

Eröffnung

Prof. Dr. Raimund Krämer (Vorstandsmitglied der RLS Brandenburg, Chefredakteur der Zeitschrift WeltTrends) 

 

10.15 bis 11.30 Uhr (Panel 1)

  • Europäische Sicherheit im 20. Jahrhundert – Erfahrungen und Lehren

Impuls: Dr. Hans Misselwitz (Staatssekretär a.D., Berlin)

Kommentare: Peter Steglich (Botschafter a.D., Berlin), Wladimir Fomenko (RLS-Büro Moskau), Dr. Dr. h.c. Arne Seifert (Botschafter a.D., Berlin)

Moderation: Prof. Dr. Lutz Kleinwächter (Vorsitzender des WeltTrends e.V. Potsdam)

 

11.40 bis 13.00 Uhr (Panel 2)

  • Aktuelle Herausforderungen für die europäische Sicherheit – Sichten aus Mittel- und Osteuropa

Impuls: Prof. Dr. Krzysztof Malinowski (West-Institut Poznań)

Kommentare: Dr. Vladimir Handl (Karlsuniversität Prag), Dr. H. Politt (Büroleiter RLS Warschau), Dr. habil. Wolfram Wallraf (Fichtenwalde)

Moderation: Dr. habil. Erhard Crome (IIP Potsdam)

 

13.45 bis 15.00 Uhr(Panel 3)

  • Russland und die europäische Sicherheit

Impuls: Dr. Wladislaw Below (Europa-Institut, Moskau)

Kommentare: Prof. Dr. Bogdan Koszel (Adam-Miskiewicz-Universität Poznań), Dr. Alexander Neu, MdB (Berlin), Dr. Wolfgang Schwarz (Berlin)

Moderation: Kerstin Kaiser (Büroleiterin RLS Moskau)

 

15.10 bis 16.45 Uhr (Panel 4)

  • Deutschland und die europäische Sicherheit

Impuls: Dr. halbil. Erhard Crome (IIP Potsdam)

Kommentare: Dr. Vladimir Handl (Karlsuniversität Prag), Wolfgang Gehrcke (Berlin), Prof. Dr. Krzysztof Malinowski (West-Institut Poznań)

Moderation: Dr. Petra Erler (Potsdam)

 

17.00 Uhr

Abschluss der Tagung



Zur Einladung als PDF-Datei...


Anmeldung

  • Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenlos, wir bitten jedoch aus organisatorischen Gründen um Anmeldung 

per E-Mail: info@bbg-rls.de

per Telefon: 0331 817 04 32 oder

per Fax: 0331 817 04 33


Kontakt

  • Kontakt

Prof. Dr. Raimund Krämer 

E-Mail: kraemer.institut@welttrends.de

Cathleen Bürgelt

E-Mail: info@bbg-rls.de

Telefon: 0331 817 04 32