Nachricht | Schicksal Treuhand - Treuhand-Schicksale

Ausstellung bis 23. Januar 2020 in Frankfurt (Oder)

Die Treuhandpolitik brach 1990 wie ein Schicksalsschlag über die Ostdeutschen herein. Waren sie im Herbst 1989 selbstbewusst für Freiheit und Demokratie auf die Straßen gegangen, nahm ihr Leben nun eine ungewollte Wendung.  

9.000 volkseigene Betriebe mit insgesamt 4,1 Millionen Arbeitsplätzen sollte die Treuhandanstalt innerhalb kürzester Zeit «markttauglich» machen. Die Betriebe wurden privatisiert oder liquidiert. Millionen Menschen wurden arbeitslos. Wie erging es den Menschen dabei? Wie gingen sie mit dieser «Schocktherapie» um? Wie verarbeiteten sie die biografischen Brüche?  

Davon erzählt die Ausstellung der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Sie gibt einen Einblick in die Vielzahl der Lebenswege. Die 13 ausgewählten Branchen und Betriebe stehen exemplarisch für die ostdeutsche Wirtschaft. Die meisten ostdeutschen Familien waren vom Wirken der Treuhandpolitik betroffen, ihr ausgeliefert. Sie erlebten die Treuhandanstalt als Schicksalsmacht.

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lässt in der von Rohnstock-Biografien kuratierten Ausstellung Zeitzeug*innen zu Wort kommen, deren Lebensgeschichte durch das Agieren der Treuhandanstalt unmittelbar beeinflusst wurde. Sie waren zur Wendezeit beispielsweise Schlosser auf der Neptunwerft Rostock, Kranführerin im Stahlwerk Riesa, Maurer im Chemiekombinat Buna, Kumpel im Kaliwerk Bischofferode, Fernsehelektronikerin in Oberschöneweide - oder Sicherheitsinspektor im Braunkohlenkombinat Lauchhammer oder Betriebsdirektor des VEB Braunkohlenveredlung Lauchhammer.

Die Folgen der Treuhandpolitik für Frankfurt (Oder) sind in der Ausstellung durch die Darstellung der Geschichte des Halbleiterwerks und seiner Beschäftigten präsent.

Als lebensgroße Porträts treten sie den Besucher*innen in der Ausstellung buchstäblich auf Augenhöhe gegenüber und berichten von ihren Erfahrungen. Über QR-Code können kurze Sequenzen aus ihren Erzählungen angehört werden, in denen sich die damalige Stimmungslage auch heute noch widerspiegelt.

Die Ausstellung ist nach der Eröffnung bis zum 23. Januar 2020 in Frankfurt (Oder) zu sehen: 

Ort der Ausstellung

Europa-Universität Viadrina, Gräfin-Dönhoff-Gebäude

Europaplatz, 15320 Frankfurt (Oder)

Öffnungszeiten der Ausstellung

Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr

Wir laden herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am 6. Januar 2020, 17 Uhr ein:

mit René Wilke (Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder)), Christian Hoßbach (Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg), Dr. Martin Wilke (bis Dezember 1990 Entwicklungsingenieur und Gruppenleiter in der Messverfahrensentwicklung im Halbleiterwerk Frankfurt/Oder; 2000-2018 Oberbürgermeister von Frankfurt) und einem Grußwort von Prof. Dr. Julia von Blumenthal (Präsidentin der Europa-Universtät Viadrina)

Zur Einladung zur Ausstellungseröffnung ...

Zum Faltblatt zur Ausstellung ...

Zur umfangreichen Begleitbroschüre ...